Beratung

Beratung in Belangen der Umwelt, des Bauens und der Gebäudefürsorge ist unsere Profession und hat für uns einen sehr hohen Stellenwert. So ist die Beratung doch wesentliche Voraussetzung für das Treffen von Entscheidungen.
Dabei soll sie unvoreingenommen, unabhängig, sach- und fachlich versiert, Aspekte der Nachhaltigkeit aufzeigend und natürlich fachübergreifend umfassend sein.

Sehr ernst nehmen wir auch die uns gegenüber dem Bauherrn oder Vorhabensträger obliegenden Hinweispflichten, z. B. hinsichtlich des neuesten Standes der Technik, der Wahl der geeignetsten Baumaterialien, zu erwartender Folgekosten (Betrieb, Wartung, Instandhaltung, Versicherungen etc.), Kostensteigerungen aufgrund von Sonderwünschen des Bauherrn.
Als Sachverwalter des Bauherrn / Vorhabensträgers leisten wir nicht nur im Rahmen des jeweils übernommenen Aufgabengebietes sondern auch darüber hinaus eine unverzügliche und umfassende Aufklärung der Ursachen sichtbar gewordener Bauschäden, -mängel und/oder Sicherheitslücken sowie die sachkundige Unterrichtung unseres Auftraggebers vom Ergebnis der Untersuchung und von der sich daraus ergebenden Rechtslage.

Selbstverständlich können Sie von uns auch eine auf unseren Wirkungskreis bezogene Rechtsberatung erwarten.
Diesbezüglich sind uns allerdings gewisse Grenzen gesetzt, die wir zu beachten haben.
Leider, denn wir können mehr, als wir dürfen!

Aber lesen Sie selbst:

Das im Jahr 2008 in Kraft getretene Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) regelt die Befugnis, außergerichtliche Rechtsdienstleistungen zu erbringen.

Als Rechtsdienstleistung ist jede Tätigkeit in konkreten fremden Angelegenheiten anzusehen, sobald sie eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erfordert.

Nach dem RDG ist auch Architekten und Ingenieuren eine Rechtsberatung gestattet, sofern sie als Nebenleistung zum Berufsbild oder zum Tätigkeitsfeld zählt sowie im Zusammenhang mit einer anderen Haupttätigkeit (z. B. Planung) steht und diese insgesamt nicht prägt, d. h., die allgemein rechtsberatende oder rechtsbesorgende Handlung darf nicht im Vordergrund stehen.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass alles erlaubt ist, was mit dem Vorhaben und dem Auftraggeber in Bezug auf Rechtssprechung zusammenhängt.
Die Vielschichtigkeit der Leistungen von Architekten und Ingenieuren in den Tätigkeitsfeldern Beratung, Planung und Bauüberwachung lässt leider keine generalisierende Aussage bezüglich der Vereinbarkeit mit dem RDG zu, so dass in jedem Einzelfall genau zu prüfen ist, ob sich die Tätigkeit noch im Rahmen des Zulässigen bewegt.
Ob eine zulässige Nebenleistung vorliegt ist demnach abhängig von ihrem Inhalt und Umfang sowie dem sachlichen Zusammenhang mit der Haupttätigkeit. Für die Beurteilung sind weiterhin die Rechtskenntnisse zu berücksichtigen, über die der Architekt oder Ingenieur für eine professionelle Erfüllung der Haupttätigkeit verfügen muss.
In Anbetracht der somit immer gegebenen Grauzone befindet sich der Architekt oder Ingenieur zwangsläufig in einem gewissen Spannungsfeld.

In jedem Fall darf ein Architekt oder Ingenieur nur dann Rechtsdienstleistungen erbringen, wenn er ausschließen kann, dass seine eigene Dienstleistung nicht für eine Mangelhaftigkeit des von ihm zu liefernden Werkes oder des Bauwerkes in Frage kommt!
Diese sich unter dem Stichwort „Interessenkonflikt“ zusammenfassbare Einschränkung ist deshalb von besonderer Bedeutung, da Architekten und Ingenieure oftmals gemeinsam mit Bauunternehmern bzw. Handwerkern vom Auftraggeber gesamtschuldnerisch in Anspruch genommen werden.

Und: Ein Architekt oder Ingenieur darf rechtsberatend nur im Rahmen der rechtlichen Kenntnisse tätig werden, die er zur Ausübung seines Berufes braucht.