Freianlagen

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch für seine individuelle Entwicklung und sein Wohlergehen „seinen“ privaten Garten oder Hofraum aber auch anspruchsvoll gestaltete öffentliche Freiräume braucht.

Dort soll er nicht nur Ruhe finden, Kraft schöpfen, die „Seele baumeln lassen“ können. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist, dass die Beschäftigung in und mit der Natur therapeutische Wirkung hat, sogar heilen kann!

In Gärten lassen sich Erfahrungen mit der Natur sammeln und die Jahreszeiten hautnah mit allen Sinnen erleben.

Das Arbeiten im und am Garten entschleunigt im besten Sinne, denn ohne Geduld geht hier nichts. Gleichzeitig wird das Verständnis für die Prozesse des Lebens, des Wachsens und Gedeihens aber auch des Vergehens gefördert. – Die Natur ist Vorbild und Lehrmeister zugleich.

Daneben gibt es es noch das breite Betätigungsfeld im Bereich der sogenannten freien Landschaft:

  • die Umsetzung von im Zusammenhang mit Eingriffen (z. B. durch den Bau von Straßen oder Eisenbahnstrecken) in die Natur stehenden Schutz-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
  • das Aufstellen und Umsetzen von Abbau- und Rekultivierungsplänen für Steinbrüche, Sand- und Kiesgruben u. ä.
  • die Renaturierung von Gewässern
  • die Ergänzung oder Neuanlage von Obstwiesen, Feldhecken, Feldgehölzen, Waldsäumen u. ä.

Unserer Auffassung nach gilt es bei der Planung und der Realisierung von Freianlagen eine Synthese aus Natur und Berechnung zu finden, die nutzungsorientiert ebenso klaren wie stilvollen gestalterischen Prinzipien folgt und sich harmonisch in den gewachsenen Bestand einfügt.

Dabei ist jedes Projekt als einzigartig zu begreifen. Der Planer muss sich immer wieder aufs Neue auf die jeweiligen, speziellen örtlichen Gegebenheiten (Boden, Wasserhaushalt, Klima, Exposition), das Umfeld, die Nutzer mit ihren Bedürfnissen und Vorstellungen einzustellen.

Noch mehr als im Bereich der Architektur ist der Planer gefordert, sich das möglichst realistisch vorzustellen, was später einmal – oftmals erst in Jahrzehnten! – die Landschaft prägen wird. Hier gilt es, sich nicht nur einzelne Bilder vor das „geistige Auge“ zu holen, sondern ganze Filme ablaufen zu lassen, um den Wechsel der Jahreszeiten und die Entwicklung der Vegetation in allen Facetten erfassen zu können.
Im Vergleich zur Beurteilung der Außenwirkung von Gebäuden, wo neben der Gestaltung in erster Linie das Spiel von Licht und Schatten zu berücksichtigen ist, verlangt die Garten- bzw. Landschaftsplanung mehr Einfühlungsvermögen, denn

  • im Laufe der Zeit verändern Gewächse ihre Größe und ihren Habitus,
  • Form und Farbe der Blüten und der Früchte sind je nach Art und Sorte unterschiedlich,
  • die Färbung der Blätter wechselt vom Austrieb über die Sommerbelaubung bis zum Herbstlaub,

um nur einige der vielen Variablen zu nennen.

Begnadet ist, wer so viel Vorstellungsvermögen und Fantasie hat, sich von Anbeginn der Planung in den Garten- bzw. Landschaftsraum versetzen zu können, der einmal entstehen soll.

Experte ist, wer vorher weiß, was hinterher falsch ist.