Probenahmen nach der Trinkwasserverordnung 2011

Das professionelle Nehmen und Untersuchen von Wasserproben ist von der Sache her an sich kein Problem, doch wie so oft steckt hier der Teufel im Detail.

Zu den rechtlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen sowie der Theorie ist Folgendes zu sagen:

Die neue Trinkwasserverordnung schreibt für Großanlagen zur Trinkwassererwärmung in Gebäuden mit gewerblicher und / oder öffentlicher Nutzung die Durchführung systematischer Untersuchungen des Trinkwassers vor, sofern die Trinkwasseranlagen Duschen oder andere Einrichtungen haben, in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt.
Hierzu sind an mehreren repräsentativen Entnahmestellen mindestens einmal jährlich Proben zu entnehmen und auf Legionellen (Legionella spec.) zu untersuchen.
Bei dieser orientierenden Untersuchung sind Proben am Austritt des Trinkwassererwärmers / Warmwasserspeichers, am Zirkulationseintritt sowie an der entferntest gelegenen Zapfstelle in jedem Steigstrang zu nehmen.
Wenn sich im Rahmen dieser orientierenden Untersuchung eine Auffälligkeit zeigt, sind weitergehende Untersuchen erforderlich, d. h. Proben an zusätzlichen Stellen zu entnehmen.

Abbildung: Schematische Darstellung eines Installationssystems mit Probenahmestellen

Probenahmestellen

Sofern sich bei den jährlichen Untersuchungen in drei aufeinanderfolgenden Jahren keine Beanstandungen ergeben, kann das zuständige Gesundheitsamt auf Antrag auch längere Untersuchungsintervalle festlegen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Anlage und ihre Betriebsweise nicht verändert wurden und nachweislich den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.
Diese Erleichterung ist jedoch nicht in Bereichen möglich, in denen sich Patienten mit höherem Risiko für Krankenhausinfektionen befinden.

Erfahrungsgemäß können wir diesbezüglich Folgendes berichten:

In der Praxis wird häufig festgestellt, dass die Probenahmestellen am Austritt des Trinkwassererwärmers / Warmwasserspeichers sowie am Zirkulationseintritt fehlen.
Eine Probeentnahme, die den Anforderungen an eine orientierende Untersuchung genügt, ist somit nicht möglich.

Außerdem erweist es sich in Ermangelung von Bestands- oder Revisionsunterlagen oftmals als nicht nur problematisch, sondern mitunter auch unmöglich, die Systematik der Steigleitungen sowie der Stockwerksleitungsnetze zu durchschauen und die jeweils entferntest liegende Entnahmestelle(n) zu bestimmen.
Dies trifft insbesondere im Fall von stark gegliederten Gebäuden bzw. Gebäudekomplexen, wie z. B. Wohnanlagen und Einkaufszentren zu. Auch nach umfangreichen Um-, An- und Ausbauten liegen brauchbare Unterlagen oft nicht vor.

Besonders kritisch wurde es nach unserer Erfahrung zudem immer dann, wenn weitergehende Untersuchungen erforderlich wurden.
In solchen Fällen sind zusätzliche Proben aus einzelnen Stockwerksleitungen und stagnierendes Wasser führenden Leitungsteilen wie z. B. Entlüftungs- und Entleerungsleitungen sowie Anschlussleitungen von Membranausdehnungsgefäßen zu nehmen, in denen die erforderlichen Probenahmestellen oftmals entweder nicht eingebaut oder nicht auffindbar sind.

Sofern keine aktuellen Bestands- oder Revisionsunterlagen zur Verfügung stehen, ist es in der Regel im Vorfeld von erstmaligen Probenahmen notwendig, den Bestand der Trinkwasserinstallation systematisch zu erfassen und zu dokumentieren.

Im Hinblick auf die gleichfalls in der Trinkwasserverordnung verankerte Verpflichtung, das Trinkwasser durch den Einsatz geeigneter Sicherungseinrichtungen vor Verunreinigungen zu schützen, empfiehlt es sich, bei einer Bestandserfassung auch ggf. vorhandene Sicherungseinrichtungen mit aufzunehmen.
Eine derart fundierte Bestandsdokumentation kann dann nämlich auch als Grundlage für die regelmäßig durchzuführenden Inspektionen und Wartungen verwendet werden, für die jeder Eigentümer / Verwalter eines Gebäudes vorschriftsmäßig und verantwortungsvoll Sorge zu tragen hat.

Was könnten wir für Sie in diesem Zusammenhang tun?

  • Sofern Sie es wünschen, führen wir für Sie erforderliche Bestandserfassungen durch und erstellen entsprechende Dokumentationen. In diesem Rahmen ist es möglich, fehlende oder ungeeignete Probenahmestellen mit zu erfassen.

Wir können Ihnen anbieten, die Bestandserhebung zusammen mit fachlich versierten und zuverlässigen Fachfirmen als Partner durchzuführen. Dies strafft nicht nur den Erhebungszeitraum, sondern führt auch zu einer Reduzierung des Ingenieurstundenanteils und damit auch der Kosten.
Weiterhin bietet sich damit die Möglichkeit – sozusagen in einem Atemzug – eine vorgeschriebene Inspektion sowie Wartung der Trinkwasseranlage durchzuführen – ohne zusätzliche Abstimmungen, An- und Abfahrten.
Die zeitlichen und finanziellen Vorteile liegen klar auf der Hand!
Die Inspektions- und Wartungsleistungen des Fachbetriebes würden von diesem eigenverantwortlich erbracht und selbst abgerechnet.
Im Bedarfsfall können wir für Sie selbstverständlich die komplette Organisation und Koordination eines derartigen Teameinsatzes übernehmen und so zu Ihrer Entlastung beitragen.

  • Weiterhin können wir für Sie die komplette Organisation und Koordination der Probenahme und Untersuchung übernehmen.

Hierzu zählt die der Probenahme vorausgehende Überprüfung Ihrer Trinkwasseranlage auf das Vorhandensein erforderlicher und geeigneter Probenahmestellen (insbesondere am Trinkwassererwärmer / Warmwasserspeicher) sowie das Recherchieren bezüglich der erforderlichen Bestands- oder Revisionsunterlagen.
Damit wird einem leidigen und kostenspieligen Wiederholungseinsatz des Probenehmers vorgebeugt, denn dieser müsste unverrichteter Dinge wieder abrücken, wenn er an den vorgeschriebenen Probenahmestellen keine für die Entnahme von Trinkwasser geeigneten Einrichtungen vorfindet.
Die Wasserentnahmen vor Ort würden in jedem Fall durch einen geprüften Probenehmer durchgeführt. Die Untersuchungen sowie die Erstellung und Lieferung des vorgeschriebenen Untersuchungsberichtes würde einem akkreditierten Labor obliegen. Die Leistungen dieser Partner würden eigenverantwortlich erbracht und individuell abgerechnet.

  • Sollte sich bei einer Bestandserfassung oder -überprüfung herausstellen, dass Probenahmestellen fehlen bzw. ungeeignet sind, können wir Ihnen passende Produkte vorschlagen, Angebote zur Lieferung und Montage bei versierten und zuverlässigen Fachbetrieben einholen, bei der Auftragsvergabe mitwirken sowie den Einbau überwachen und abnehmen.

Von unserer Erfahrung sowie unseren langjährigen und guten Kontakten zu einschlägigen Fachfirmen und Dienstleistern können Sie somit in mehrfacher Hinsicht profitieren.

Für Fragen und vertiefende Erläuterungen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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