Trinkwasserinstallationen mit Wandhydranten – mögliche Brutstätten für Legionellen

In Einkaufscentern, Ämtern, Schulen, Krankenhäusern, Hotels, Versammlungsstätten und anderen größeren Gebäudekomplexen sind häufig Wandhydranten installiert.

Wer kennt sie nicht, diese Schränke mit dem Piktogramm „Wandhydrant“.Wandhydrant

Sie vermitteln ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Wo sie vorhanden sind, ist es Laien und / oder der Feuerwehr unkompliziert und rasch möglich, Brände gezielt und wirkungsvoll zu bekämpfen. Ihre Existenz kann somit entscheidend sein, wenn es darum geht, Gefahr für Leib und Leben abzuwenden.

Doch die Wenigsten wissen, dass von ihnen bzw. dem Leitungsnetz, an das sie angeschlossen sind, auch eine erhebliche, unter Umständen tödliche Gefahr ausgehen kann.

Risikobehaftet können Feuerlöscheinrichtungen immer dann sein, wenn sie direkt an die Trinkwasserinstallation angeschlossen sind.

Dies kommt häufiger vor als man denkt. – Und die Erfahrung hat gezeigt, dass derartige Anlagen nicht immer vorschriftsgemäß gebaut worden sind bzw. betrieben werden!

In oftmals vom Querschnitt her überdimensionierten, die Wandhydranten mitversorgenden Leitungen der Trinkwasserinstallation, insbesondere aber in zu langen, nicht ständig durchströmten Anschluss- bzw. Stichleitungen und den aufgehaspelten Schläuchen der Wandhydranten stagniert das Wasser und bietet somit eine ideale Brutstätte für Legionellen. – Hohe bis extrem hohe Kontaminationen sind leider keine Seltenheit!

Und nicht immer kommt man ihnen rechtzeitig auf die Spur.

So ist es nicht gesagt, dass im Rahmen der orientierenden Untersuchungen gemäß der neuen Trinkwasserverordnung 2011 auch direkt an die Trinkwasserinstallation angeschlossene Wandhydranten in die Probenahme einbezogen werden, denn in der Regel wird nur das Warmwasser führende Leitungssystem „unter die Lupe genommen“. – Selbst wenn dort noch alles in bester Ordnung zu sein scheint, kann an anderen Stellen, an denen es keiner vermutet, bereits Ungemach, mitunter sogar der Tod lauern!

Dieses Risiko sollte auf keinen Fall vernachlässigt, sondern stets bedacht und im Blick behalten werden.

Vor diesem Hintergrund ist die fachtechnische Kenntnis, die Erfahrung und das Verantwortungsbewusstsein des Probenehmers ebenso entscheidend, wie die genaue Kenntnis darüber, um welchen Löschwasseranlagentyp es sich handelt. – Und letzteres wissen leider die wenigsten Eigentümer, Betreiber, Verwalter oder Hausmeister, an die sich ein professioneller Probenehmer fragend wendet.

Zur Frage der Bewertung des jeweiligen Einzelfalls und des Umgangs mit vorhandenen Feuerlöschanlagen empfiehlt sich nach unserer Erfahrung somit folgendes Vorgehen:

1. Feststellen des genauen Löschwasseranlagen- und Wandhydrantentyps.

2. Sofern es sich um eine direkt an die Trinkwasserinstallation angeschlossene Löschwasseranlage handelt:

  • Nachvollziehen des Leitungsverlaufes anhand von in der Örtlichkeit zu verifizierenden Plänen oder durch örtliche Erkundungen,
  • Überprüfen der Anlage auf vorschriftsmäßige Installation und
  • rechnerisches Gegenüberstellen des Lösch- und Trinkwasserbedarfs

3. Sofern der Trinkwasserverbrauch kleiner als der Löschwasserbedarf ist und / oder die Anlage nicht vorschriftsgemäß errichtet worden ist:

  • Installieren von Probenahmeeinrichtungen und Einbeziehen der Löschwasseranlage in die Untersuchungen des Trinkwassers nach der Trinkwasserverordnung 2011

4. Sofern Grenzwertüberschreitungen gem. der Trinkwasserverordnung 2011 festgestellt worden sind:

  • Durchführen von Sofortmaßnahmen zur Desinfektion der gesamten Installation zum Schutz der Trinkwassergüte – Achtung: Die Verbraucher sind entsprechend zu informieren!
  • Umrüsten oder Umbauen der Anlage in einen vorschriftsmäßigen, technisch und hygienisch einwandfreien Zustand – Achtung: Die zuständige Bauaufsichts- und Brandschutzbehörde sowie das zuständige Wasserversorgungsunternehmen sind im Fall geplanter Umrüstungs- / Umbaumaßnahmen zu informieren bzw. als Genehmigungsbehörden einzubeziehen!

Was könnten wir in diesem Zusammenhang für Sie tun?

Wir können Ihnen in allen vorgenannten Punkten beratend, überprüfend, dokumentierend, planend, bauüberwachend und koordinierend sowie bei erforderlichen Informationen von Behörden und Mietern, Abstimmungen mit zu beiteiligenden Behörden / Ämtern und im Rahmen der Einholung von Genehmigungen als kompetenter Sachwalter zur Seite stehen.

Einschlägige Erfahrungen haben wir (leider)!

Im Übrigen können Sie von unseren guten Kontakten profitieren, wenn es darum geht, rasch und unkompliziert Rat und Tat von Spezialisten zu bekommen, denn der Faktor Zeit spielt oftmals eine große, unter Umständen entscheidende Rolle. – Wenn’s ums Wasser geht, kann nämlich ganz schnell „die Luft brennen“!